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Freitag, 30. März 2018

Blogtour zu Die Sprache des Schmerzes - Vorurteile


Herzlich Willkommen zur großen Blogtour zu dem neuen Thriller von Leonie Haubrich "Die Sprache des Schmerzes". Ihr durftet schon viele tolle Beiträge zu der Tour lesen und ich hoffe, dass sie euch bisher genauso gut gefallen haben wie mir.
Ich selbst bin ein riesen großer Fan von Leonie Haubrich und freue mich, dass ich bei dieser Blogtour dabei sein kann und dieses tolle Buch lesen durfte. Mein heutiger Beitrag handelt um "Vorurteile".
Zu Beginn möchte ich gerne allgemein auf das Thema eingehen und dann noch kurz drei Vorfälle schildern, bei denen ich selbst Erfahrung mit diesem Thema machen musste.


So wie Thomas in „Die Sprache des Schmerzes“ geht es sehr oft jemanden. Manchmal sind es Dinge, die einen zwar verletzten aber zum Glück nicht das Leben zerstören können, aber oft sind es Vorurteile, die einem alles zerstören oder alles nehmen können. So wie auch bei Thomas das Gutachten, das ihn automatisch für schuldig ist und somit nicht weiter Nachforschungen angestellt wurden, ob die Beweislag eindeutig ist.



Allgemeines:
Vorurteile gibt es in unserer Gesellschaft leider mehr als genug. Egal wie sehr wir versuchen ihnen aus dem Weg zu gehen, wir können nicht jedem aus dem Weg gehen, der Vorurteile schürt. Aber wenn wir uns mal bei der Nase nehmen, dann wissen wir selbst, wie leicht es ist, sich über einen Menschen eine Meinung zu bilden, egal ob man ihn kennt oder nicht. Man sieht einen Menschen, sieht wie er agiert, wie er aussieht oder wie er spricht und wir glauben, alles über ihn zu wissen. Die Mühe, ihn tatsächlich kennenzulernen, uns mit ihm auseinander zu setzen, die machen wir uns nicht. Sie interessiert uns einfach nicht.
Vorurteile sind in allem präsent. Sei es bei unterschiedlichen Rassen, verschiedenen Sprachen und Ländern oder auch in Schulen, wenn jemand anders ist. Sei es, dass er nicht das passende Hobby hat, nicht die Frisur trägt, die jeder andere hat oder auch keine Markenklamotten hat, obwohl es in dieser Klasse oder Schule eigentlich üblich wäre. Alles beginnt mit Vorurteilen und gerade in Schulen endet es dann meistens in Mobbing.
Man sieht eine Person, die verschlossen ist, die nicht mit anderen reden möchte und lieber allen aus dem Weg geht, anstatt zu ihr zu gehen und zu hinterfragen, was in ihr vorgeht, sie näher kennen zu lernen, stempelt man sie als unsympathisch und verschlossen hab und als eine Person, die mit andere Menschen nichts zu tun haben will. Man kommt nicht auf die Idee, dass sie vielleicht einfach nur schlechte Dinge in der Vergangenheit erlebt hat und genau deswegen Menschen aus dem Weg geht, weil sie Angst hat, erneut verletzt zu werden.
Auch Mütter haben es in der Arbeitswelt gar nicht so leicht. Hat man erst einmal Kinder ist es ganz schwer dort wieder Fuß zu fassen, aber bei dem Kind zuhause zu bleiben kann man sich in der heutigen Zeit auch einfach nicht mehr leisten. Man wird abgestempelt, dass man nicht flexibel genug ist, für die Arbeit sowieso keine Zeit hat, keine gute Arbeit mehr leisten kann usw. Man ist für die meisten Betriebe unbrauchbar geworden.
Auch ich habe schon desöfteren mit Vorurteilen kämpfen müssen, zwei haben zwar weh getan aber sie hatten zum Glück nicht so weitreichende Folgen. Doch eine Erfahrung hat mich wirklich gezeichnet und zu der vorsichtigen Person gemacht, die ich nun bin.



Erfahrungsberichte:
Meine erste Erfahrung musste ich schon als Kind machen. Ich war anders als all die anderen. Hatte keine typischen Hobbies für Mädchen, hatte nicht die aufgetackelte Kleidung wie meine Mitschülerinnen und hatte auch nicht den Musikgeschmack, den meine Schulkollegen hatten. In der 8. Klasse sollten genau diese Dinge und eine ehemalige Freundin zum Verhängnis werden.
Wir waren nie wirklich beliebt einfach aufgrund unserer Andersartigkeit. Meine Freundin wollte jedoch irgendwann dazu gehören und hatte in der 8. Klasse begonnen, blöde Gerüchte über mich zu erzählen, die sie in der Achtung unserer Schulkollegen steigen ließen, mich jedoch noch tiefer in den Abgrund katapultierten als zuvor. Das Resultat aus der ganzen Sache war, dass ich von meiner Klasse gemobbt wurde. Ich wurde gehänselt und als das alles nichts brachte und ich nicht darauf reagierte gingen sie noch viel weiter. Ich wurde von einem Mitschüler die gesamte 8. Klasse über gewürgt und musste mehrfach um mein Leben bangen, denn er ließ nicht so ohne weiteres von mir ab. Als ich auch noch gewagt hatte, alles meinen Eltern zu sagen und die versuchten, mir bei zu stehen und es meldeten, wurde es sogar noch schlimmer und ich wurde von ihm bei den Haaren angezündet. Mein Martyrium endete erst mit dem Ende der 8. Klasse und einem Schulwechsel.


Ein weiterer Vorfall war als ich meiner Elternzeit eine neue Arbeitsstelle gesucht habe. Da ich auch noch Zeit mit meinem Kind verbringen wollte, hatte ich etwas gesucht, wo ich nur 20 Stunden die Woche arbeiten muss. Ich hatte etwas gefunden, das gar nicht weit weg ist, von der Aufteilung her perfekt gepasst hatte und mir auch von der Arbeit gefallen hätte. Es dauerte schon ewig bis ich überhaupt einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde und als ich dann endlich hin durfte, wurde mir von der Dame gleich am Anfang gesagt: „Ich wollte Sie eigentlich gar nicht einladen, da Sie eine Mutter sind, doch ich habe mich dann doch dazu entschieden Ihnen eine Chance zu geben.“ Im Grunde endete es dann damit, dass wir uns einig waren, dass es nichts für mich war. Sie erwartete von mir, dass ich, wenn sie drei Wochen am Stück in Urlaub ging auch in diesen drei Wochen 40 Stunden die Woche arbeitete. Es wäre technisch sicher möglich gewesen, wenn ich früh genug bescheid gewusst hätte. Was jedoch nicht gegangen wäre, wäre gewesen, dass ich immer wenn sie krank geworden wäre und mich spontan in der Früh angerufen hätte, dass ich sofort kommen muss, dass ich auf der Matte hätte stehen können. So schnell hätte ich mein Kind leider nie abgeben können und auch ehrlich gesagt nicht gewollt.
Ich war geknickt, weil ich in diesem Moment fast die Hoffnung aufgegeben hatte, als Mutter etwas zu finden, weil ich das Gefühl hatte, ich war vielleicht tatsächlich zu unflexibel mit meinem Kind. Vor allem war auch die Aussicht auf einen Job nicht sehr groß, da meist Teilzeit erst bei 30 Stunden die Woche begann.
Zum Glück hatte ich hier dann Glück und eine Arbeitsstelle gefunden, die noch viel besser in mein Profil gepasst hat, noch näher an meinem Zuhause dran ist und von den Kollegen her auch einfach perfekt ist. Somit hatte es sich sogar gelohnt, dass ich von der anderen Arbeitsstelle abgewiesen wurde. Ich habe nun den perfekten Job für mich gefunden.


Vor kurzem musste ich dann noch erleben, dass man auch innerhalb des Freundeskreises nicht sicher vor Vorurteilen ist. Was eigentlich nur dazu kommen kann, wenn sich Freunde nicht die Mühe machen, einen besser kennen zu lernen und sich wirklich mit den Bedürfnissen und Sorgen der Freunde auseinander zu setzen. Ich war immer ein Mensch, der alles für seine Freunde getan hat. Auch wenn zu dieser Freundin, mit der der Vorfall war, nicht mehr der Kontakt ist, der mal war, so bin ich immer noch so, dass ich ihr alles tun würde, damit es ihr gut geht. Etwas bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es gut oder schlecht ist, dass ich es noch immer mache.
Sie hat viele Fehler gemacht und ich stand immer zu ihr, bis zu dem Zeitpunkt an dem sie angeblich über mehrere Ecken erfahren hat, dass ich über sie tratsche und blöd rede und angeblich ausplaudere, was sie mir gesagt hat. Es hat mich zutiefst verletzt es zu erfahren und dass sie sich nicht mal die Mühe gemacht hatte, mit mir darüber zu reden. Als ich mich dann rechtfertigen wollte und ihr gesagt hatte, dass ich so etwas nie tun würde, da für mich Vertrauen sehr wichtig ist und ich auch nie über eine Freundin bei anderen herziehen würde, immerhin hatte ich schon mehrfach in meiner Jugend Erfahrungen über missbrauchtes Vertrauen im Freundeskreis machen müssen, hatte sie mir nicht geglaubt. Sie hatte mich als Lügnerin dargestellt und war sich in allem einfach so sicher. Sie hatte sich eine Meinung gebildet und ging von dieser nicht mehr herunter, egal wie sehr ich mich auch rechtfertigen versucht hatte. Es hatte mich sehr getroffen und auch wen ich jemand bin der schnell, vielleicht sogar zu schnell vertraut und auch verzeiht, so hat das unsere Freundschaft sehr zerrüttet und so wie sie einmal war, wird sie sicher nie wieder sein.


Wurdet ihr schon einmal mit Vorurteilen konfrontiert?

Vielen lieben Dank nocheinmal an Leonie, dass ich bei dieser tollen Tour dabei sein durfte. Euch werden noch ein paar tolle Beiträge und ein tolles Gewinnspiel erwarten, also seid gespannt und bleibt auf jeden Fall am Laufenden. Wer noch nicht in der Veranstaltung ist, sollte dieser noch schnell hier beitreten.


https://kerstinskartenwerkstatt.de/2018/03/31/rezension-die-sprache-des-schmerzes-von-leonie-haubrich/



Dieses Bild ist Teil des aktuellen Gewinnspiels zum Abschluss der Blogtour um den Psychothriller „Die Sprache des Schmerzes“. Das Gewinnspiel ist wie eine Schnitzeljagd aufgebaut, die vom 2.4. bis zum Sonntag, 8.4.18 (23:59 Uhr) läuft.





Kommentare:

  1. Hallo du Liebe!
    Nun versuche ich es nochmal mit meinem Kommentar ;) Also: zunächst einmal lieben Dank für deinen tollen Beitrag. Vorurteile und Urteile begegnen uns ja heutzutage überall, bei mir in letzter Zeit sehr häufig auch im Büro. Mehrfach überlege ich, warum dem so ist und warum die Menschen so handeln und mittlerweile kann ich sagen: weil sie Angst haben - Angst davor, ersetzt zu werden oder einfach nicht mehr gut genug zu sein, also machen sie andere schlechter. So war es bei dir ja leider auch :( Mich hat es sehr getroffen, als ich gelesen habe, was man dir als Kind alles angetan hat und ich bin über dieses Verhalten einfach nur sprachlos! Ich habe auch schon einiges erlebt, aber so etwas noch nicht. Und ich hätte auch niemals gedacht, dass Kinder so etwas anderen Kindern antun :( Aber du bist daran gewachsen und ich bin sehr froh, dass du die Schule gewechselt hast und heute darüber sprechen kannst. Das ist ein großer Schritt! :)
    Du bist eine starke Frau und man merkt es auch! Lass dich niemals unterkriegen!

    Liebe Grüße und noch einmal lieben Dank für deinen Beitrag!

    Deine Nina

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    1. Richtig tolle Ansätze. Ich glaube, dass du da tatsächlich recht hast. Ich denke auch, dass es das ist. Finde ich sehr traurig aber das ist leider unsere Gesellschaft.
      Danke für deine lieben Worte. :*

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  2. Hallo Stefanie.
    Wow, was für ein toller und emotionaler Bericht. Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst. Es tut mir leid, dass du solche Erfahrungen machen musstest. Gerade die mit deiner Freundin in der 8. Klasse. Ich kann es gar nicht leiden, wenn man sich auf Kosten anderer besser darstellen will. Da werde ich zur Furie.
    Zum Glück bist du trotz allem eine taffe und starke Frau geworden, die sich nicht unterkriegen lässt.

    Vor 7 Jahren hatte ich einen Bore-out, ich war absolut gelangweilt und total unterfordert auf meiner Arbeit. In Kombination mit meinen Depressionen bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Zum Glück habe ich dann eine Therapeutin gefunden, die mir geholfen hat. Ich bin offen mit meiner Therapie umgegangen und bin damit auf unterschiedliche Meinungen gestoßen. Meine Freundinnen waren alle happy, dass ich mir Hilfe gesucht habe und dann gab es auch Menschen, die voll die Vorurteile hatte, sie haben mich als "verrückt" abgestempelt. Zum Glück waren es alles Menschen auf die ich verzichten konnte und auch habe.

    Ich selber versuche Menschen, denen ich das erste Mal begegne, vorurteilsfrei entgegen zu treten. Klappt nicht immer, aber dann erhalten sie eine zweite Chance und ich lasse mich dann auch eines Besseren belehren.

    Danke nochmal für deinen Betrag.

    Lieben Gruß
    Angélique

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    1. Liebe Anqélique!

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Es hat bei mir auch sehr lange gedauert. Und erst so richtig glaube ich kamen die Folgen darüber heraus, als ich älter wurde. Aber ja ich habe immer gekämpft und ich denke, dass es gut ist, wenn man das auch anderen weiter gibt, denn egal was ist, man sollte nie aufgeben.
      Ich finde es immer so schlimm, wenn ich höre, dass so viele Jugendliche durch Mobbing sterben, weil sie es seelisch nicht aushalten und scheinbar so gar niemanden haben, der ihnen Beistand gibt. Leider auch vor glaub 2 Jahren bei uns im Ort passiert, dass sich ein Mädchen wegen Mobbing das Leben genommen hat. :(

      Danke auch, dass du in deinem Kommentar deine Erfahrung mit uns geteilt hast. Ich finde es sehr gut und stark, dass du dir Hilfe genommen hast, weil du einfach gesehen hast, dass du Probleme hast, die gelöst gehören und ich hoffe, dass es dir nun wieder komplett gut geht. :)
      Aber immerhin hattest du gute Freundinnen, die gesehen haben, was du machst und wie stark du auch bist, dass du es eingestehst und offen damit umgehst. :)
      Aber ja wie du schon geschrieben hast, leider gibt es ja genug, die das nicht machen. Finde ich sehr schade. Wenn man so mit einem Vorurteil durchs Leben geht und Menschen gleich abstempelt. :(

      Nein immer klappt es nicht das stimmt, klappt bei mir leider auch nicht immer, aber schon rein der Versuch ist gut und meist ist beim zweiten Versuch schon wieder alles ganz anders. :)

      Liebe Grüße
      Steffi

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  3. Danke für diesen Beitrag.
    Ich muss ihn erstmal sacken lassen.
    Liebe Grüsse Daniela

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