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Montag, 27. Juli 2015

Goldkinder - Ein Herz aus Chrom

Autor:  Tatjana Zanot          
Seitenanzahl: 260 Seiten
ISBN: 3738619607
Verlag: Books on Demand
Preis:
E - Book: 1,49 €
Broschiert: 9,95 €

Klappentext:
Ich brauchte Luft. Ganz dringend Luft. Doch obwohl ich atmete, wurde ich das Gefühl nicht los, allmählich zu ersticken.

Als Tommys Leiche entdeckt wird, bricht Isabels perfekte Welt in sich zusammen. Jeder in der kleinen Stadt geht von einem Suizid aus. Nur Isabel hält an ihrem unerschütterlichen Glauben an ihren Bruder fest. Doch die Suche nach der Wahrheit bringt sie und ihre Freunde in tödliche Gefahr …




Meine Gedanken zu dem Buch:
Das Buch bekam ich von der Autorin zum vorablesen und war erst einmal etwas skeptisch, denn ich wusste nicht genau, worauf ich mich einließ.
Doch diese Skepsis verflog ziemlich schnell!

Alleine als ich das Cover sah, war ich für einen Moment ganz verliebt, weil es so schön passt. Nicht nur zu dem Titel, denn die Maske im Gesicht des Models hat im übertragenem Sinne viel mit dem Inhalt des Buches zutun.

Aber fangen wir von vorne an, um eine Struktur in meine Gedanken zu bringen und euch vielleicht neugierig auf das Buch zu machen:

Als erstes bekommt man ein Personenverzeichnes, ganz so, als würde man ein Theaterstück lesen und das hat mich schon einmal zum Schmunzeln gebracht. Nette Idee bei einem Roman, denn da hat man gleich die Hauptcharaktere auf einen Blick.
Und die Hauptcharaktere kommen hier zum Wort.
Die Geschichte wird nicht nur aus einer Perspektive erzählt, sondern aus verschiedenen.
Man träumt mit Emma zusammen, bis sie aus den Federn geschmissen wird, um zur Schule zu gehen.
Man erfährt mit Fabienne, dass sie eine der beliebtesten Schülerinnen der Schule ist und wie sie versucht es zu bleiben.
Man schwärmt mit Carmen zusammen einen der süßesten Jungs nach - und seien wir ehrlich: hat das nicht jedes Mädchen zwischen 13 und 18 Jahren gemacht? Den Traummann vom Weiten angeschwärmt?
Und man erfährt von Isabel, dass sie die Freundin ihres Bruders nicht leiden kann, denn die Schulkönigin persönlich scheint zu keinen wahren Gefühlen fähig zu sein.

Das, was mir an diesem Perspektivenwechsel besonders gefallen hat, ist die Tatsache, dass nicht am gleichen Punkt immer und immer wieder eingesetzt wird, sondern die Handlung weiter geht. Endet die Perspektive eines Charakters, setzt die neue in der Situation ein, wo der Vorgänger keine Worte mehr dazu hatte.
So ist ein flüssiger Verlauf der Geschichte gewährleistet. Was mich angeht, so finde ich es sehr gut umgesetzt und einfach nur ein "Daumen hoch" für die Autorin.

Während die Geschichte voranschreitet, stirbt Isabels geliebter Bruder Tom, von allen nur "Tommy" genannt und man fällt mit ihr gemeinsam in die Trauer.
Isabel versucht sich etwas einzureden, einen Schuldigen für Tommys Tod zu finden, aber alle glauben, dass es ein Selbstmord war.
Alle außer Carmen und Emma, die einzigen Menschen in der Schule, die noch zu Isabel halten, denn nachdem die Schulkönigin persönlich sie verschmäht hat, interessiert sich keiner mehr für das einstige "Goldkind".

Aber was genau ist vorgefallen? Wieso musste Tommy sterben, wenn es tatsächlich kein Selbstmord war, wie Isabel und Carmen so felsenfest davon überzeugt sind?
Und während sie diesen Fragen nachgehen, geraten sie in eine gefährliche Situation, die ihr Leben fordern könnte.

Tatjana Zanot schafft es mit ihrem schönen, leichten Schreibstil einen in den Bann zu ziehen, ich hatte das Buch in zwei Tagen durch, weil es mich so gefesselt hat.
Was der Autorin auch sehr gut gelungen ist, ist die Charaketrdarstellung.

Jedes der Mädchen hat seinen eigenen Charakter, hat eigene Ziele und Wünsche.
Fabienne zum Beispiel war mir nicht gerade sympathisch, während ich Carmen einfach nur süß fand. Die Charaktere unterscheiden sich, manche sind tiefer, andere oberflächlicher. Wobei man das Gefühl bekommt, dass die Darsteller, die so "oberflächlich" erscheinen, sich selbst noch nicht gefunden haben.
Besonders der etwas philosophische Ansatz zum Thema "Erwachsen werden" hat mich gefangen genommen, hat die Gedankengänge gut gezeigt.
Wer kennt uns wirklich von all den Menschen, die wir lieben?
Wem zeigen wir unser wahres Ich?

Ja... Und hier ist wieder die Verbindung zu der Maske auf dem Cover.
Denn seien wir ehrlich: Schlussendlich trägt doch jeder von uns eine Maske und wir lassen nur sehr selten andere Menschen darunter sehen.

Der Plot ist spannend, die Umsetzung gelungen und die Auflösung ist super!
Mit dieser Wendung hatte ich nicht gerechnet!
Ein Buch, das, zumindest mir, noch lange im Gedächtnis bleiben wird!

Liebe Tatjana: Ich bin gespannt auf den zweiten Band!

Fazit:
Lesenswert! Super gelungener Debütroman! 

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