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Dienstag, 26. Mai 2015

Volturnus schläft

Autorin: Bettina Schott

Seitenanzahl: 342 Seiten
Verlag: Selfpublisher
ISBN: 1505990041
Preis:
Ebook: 2,99 €
Taschenbuch: 10,99 €


Klappentext:

Schwarzwald, 1748. Ein folgenschwerer Unfall im Wald, ein heimtückischer Mordanschlag am Fluss, eine schändliche Entführung …
Von einem Tag auf den anderen ist in der sonst so friedfertigen Flößerstadt Altensteig nichts mehr wie zuvor. Doch es kommt noch schlimmer: Schuld an den Gräueltaten soll die blinde Wirtstochter Agnes haben, die vom Opfer zum Sündenbock gemacht wird. Hexenwerk sei im Spiel, und der Ruf nach Vergeltung wird laut…
Ein facettenreicher historischer Roman, der den Alltag des Schwarzwalds im 18. Jahrhundert wieder aufleben lässt.


Meine Gedanken zum Inhalt:

Am Anfang nahm mich das Buch ein, denn es ist schön geschrieben und ließ mich eintauchen in die Stadt Altensteig im 18. Jahrhundert.
Die Charaktere werden liebevoll eingeführt, die Umstände erklärt und sehr bildlich und schön beschrieben, wie das Leben in der Stadt für die jeweilige Person verläuft. Es ist herrlich zu lesen und man schmunzelt des Öfteren, weil die Wortwahl an die Zeit angepasst ist, sowie der Schreibstil.
Die Autorin hat ihre Recherchen ernst genommen und das merkt man auch das ganze Buch über sehr gut.

Agnes ist die Wirtstochter der "Ochsenstube" und seit jeher blind. Doch das hält sie nicht davon ab ein halbwegs normales Leben zu führen, denn sie hilft ihrer verwitweten Mutter gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder Friedel im Wirtshaus, während ihr Verlobter Hinrich ein angesehener Flößer ist.
Das Leben scheint dahin zu plätschern und bis auf die üblichen gierigen Hände in der Wirtsstube gibt es kaum Ärger, bis zu dem Moment, wo Friedel in einen Unfall gerät.
Das ist der Wendepunkt für alle Charaktere, denn nun überschlagen sich die Ereignisse: Agnes versinkt in ihrer Verzweiflung und Trauer, ihre Mutter versucht mit dem Verlust um ihren Sohn umzugehen, während irgendjemand einen Anschlag an der Nagold auf Hinrich verübt. Und dann verschwindet auch noch Agnes spurlos...

Ereignisse, die an den Nerven und am Gemüt der betroffenen Personen zerren, während die Altensteiger um sie herum nach Gerechtigkeit rufen.
Im letzten Moment wird Agnes vor einem bitteren Schicksal bewahrt, denn ihr Peiniger wird von einem alten Freund außer Gefecht gesetzt, bevor er ihr das schlimmste antun hätte können, was sie sich vorstellt: sie zu vergewaltigen.

Während Agnes noch gefangen ist, läuft eine zweite Handlung ab: Die Flößer suchen einen Schuldigen, der den Anschlag auf Hinrich hatte verüben können und finden auch das schwarze Schaf.
Sowohl Wentzel Hornbacher - ein konkurrierender Floßbauer, mit dem sich Hinrich bereits ein verable Schlacht geliefert hatte - wird von den Flößern gefangen genommen und fast wäre es zur Selbstjustiz gekommen, aber der Richter greift ein und es soll ein fairer Prozess sowohl für den Hornbacher, als auch Agnes' Peiniger geben.
Doch nur einige Tage danach wendet sich das Blatt: Auf einmal beschuldigt ihr Peiniger sie, eine Hexe und mit dem Teufel im Bund zu sein, ihn verhext und zu dieser schändlichen Tat getrieben zu haben. Man solle nur die Hexeprobe machen, man würde ja schon sehen!

Aussagekräftig und glaubwürdig wurde die Reaktion der Bürger beschrieben, ihre Sensationslust und die Tatsache, dass sie in Agnes nur zu gerne eine Hexe sahen, denn nun konnten sie ihr Schuld an allem geben.
Aber ist sie eine? Oder versucht sich der Unwürdige damit nur zu retten?

Das Ende des Buches wird euch überraschen!

Leider muss ich sagen, dass für mich das Buch in der Mitte sich sehr gezogen hat und ich des öfteren die Geschichte weglegen musste, bevor ich mich weiter durch die Kapitel las. Die Sprünge zwischen den Handlungen haben mich hingehalten, denn ich wollte mehr wissen, wie es mit Agnes weiter geht, als den Versuch der Selbstjustiz der Flößner.
Besonders gefallen hat mir auch die Legende um Volturnus, einen Gott, der sich in der Nagold zum Schlafen gelegt hat.
Das ist auch der einzige Grund, wieso ich dem Buch 4 Sterne gebe, ansonsten sehr gut!

Fazit:

Wenn man einen historischen Roman liebt, dann ist dieses Buch genau das Richtige! :)

1 Kommentar:

  1. Liebe Lizzy,
    herzlichen Dank für Deine ausführliche Rezension!
    Freut mich, dass Dir mein Roman so viel Spaß bereitet hat :-)
    Liebe Grüße,
    Bettina Schott

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